Ein interessanter Beitrag aus unserer Nachbarkommune. Das Thema „Grundwasser“ wird uns zukünftig leider wieder häufiger beschäftigen müssen.
Am 30. April endet die Frist für die grundwassergeschädigten Menschen in Kaarst, um ihre durch das angestiegene Grundwasser entstandenen Schäden der Stadt zu melden. Nach aktuellem Stand haben sich mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger bei der Stadt gemeldet, Gebäudeschäden durch Vernässungen hatten davon rd. 100.
Am 24. Februar hatte im Albert-Einstein-Forum in Kaarst eine Bürgerinformation zum Thema der zunehmenden Schäden durch den hohen Grundwasserstand in Kaarst stattgefunden. Neben rund hundert betroffenen Bürgerinnen und Bürgern nahmen auch die Bürgermeisterin und Mitarbeiter der Stadtverwaltung teil.
Schwerpunkt der Veranstaltung war der Fragebogen zu Gebäudeschäden, den die betroffenen Bürgerinnen und Bürger bis Ende März an die Stadtverwaltung senden sollten. Die Kritik der Bürger entzündete sich hierbei an dem umständlichen Weg, um zu dem online-Fragebogen zu gelangen. Hier hatte die Stadt immerhin zugesagt, auch auf der Startseite ihrer homepage (www.kaarst.de/grundwasser) einen entsprechenden link anzubieten.
Die grundsätzliche Schwäche der Abfrage bleibt aber unverändert: Abgefragt sind nur Gebäude, die tatsächlich schon Schäden haben oder hatten. Andere Gebäude, die von den ansteigenden Grundwasserständen in der Zukunft betroffen sein können oder bei denen das Grundwasser kurz unterhalb der Bodenplatte steht, werden grundsätzlich nicht erfasst. Insofern ist es auch keine Überraschung, dass die Zahl der gemeldeten Geschädigten mit aktuell rd. 100 noch relativ klein ist.
Das ebenfalls von hohen Grundwasserständen betroffene Korschenbroich war im Übrigen gänzlich anders vorgegangen. Ein flächendeckendes Kataster der geschädigten Gebäude gibt es dort nicht. Dort wurde ein entsprechendes Gutachten beauftragt, in dem für jedes Gebäude der Abstand des höchsten zu erwartenden Grundwasserstandes zur Geländeoberkante ermittelt wurde. Dieses Gutachten wurde ohne Kostenbeteiligung der Bürgerinnen und Bürger erstellt.
Man darf gespannt sein, ob die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in Kaarst den Schritt wagen und sich für die kommende Kommunalwahl politisch engagieren. Zu raten ist es. <